…Liebe.

…So ein kurzes, harmloses Wort und solch eine riesen Bedeutung im Leben. Wahrscheinlich eines der größten Bestandteile des Lebens, weil es so unglaublich facettenreich – und vielseitig ist.
Liebe in der Familie, in die man hineingeboren wird, Liebe zur Familie, die man selbst gründet, die Liebe zum Kind, die Liebe zum Partner. Freundschaftliche Liebe, die Liebe zum Haustier und sogar Liebe zum Kuscheltier.
So viel Liebe.
Hier geht es aber nur um die Liebe, die uns mit unserem Partner verbindet und uns so zu einem unschlagbaren Team macht.
Wer definiert diese Liebe? Haben wir alle eine unterschiede Auffassung davon, was Liebe bedeutet und wie man fühlt, denkt und sich verhält, wenn man liebt?

Bevor ich mich selbst gefragt habe, was Liebe für mich ist, habe ich das Internet gefragt. Laut Wikipedia ist folgendes die Definition der Liebe:Nach engerem und verbreitetem Verständnis ist Liebe ein starkes Gefühl, mit der Haltung inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person, die den Zweck oder den Nutzen einer zwischenmenschlichen Beziehung übersteigt und sich in der Regel durch eine entgegenkommende tätige Zuwendung zum anderen ausdrückt. Das Gefühl der Liebe kann unabhängig davon entstehen, ob es erwidert wird oder nicht. (…)“

Danach habe ich euch auf Instagram gefragt und einen Haufen Nachrichten bekommen. All eure eigenen, persönlichen Definitionen der Liebe waren sich ähnlich. Wirklich alle, es gab keine Abweichungen.
Ich freue mich, dass ich eure kleinen Texte als Zitat in diesen Blogpost mit einfügen darf, sie stehen nicht unbedingt mit meinem eigenen Text in Verbindung, aber ihr werdet sehen, dass alles zusammen im Endeffekt eine große, detailierte Definition unserer Auffassung der beziehungsfähigen Liebe ist.

Wenn man einen Menschen liebt, ist das die beste Voraussetzung dafür, eine Beziehung lebendig und haltbar zu machen. Ohne Liebe könnte ich persönlich keine Beziehung führen, dafür ist mir die Vielseitigkeit einer Beziehung zu intim. Jemanden zu lieben, ohne eine Beziehung zu führen, zum Beispiel nach einer Trennung, wäre schmerzhaft. Es gehört für mich beides zusammen.
Seit mehr als einem Jahrzehnt lerne ich mich in der Liebe immer wieder neu kennen und bemerke sehr viele Veränderungen.
Einiges hat sich aber nie geändert, es war von Anfang an da, ist bis heute geblieben und das sind die Punkte, die mich eine beziehungsfähige Liebe definieren lassen:

Sympathie

Die erste ziemlich einfache und eigentlich selbstverständliche Eigenschaft ist die Sympathie. Ich glaube, wir sind und einig, dass man (vorerst) keine dauerhafte Zuneigung gegenüber eines Menschen aufbauen kann, wenn man sich in dessen Gegenwart unwohl fühlt und abwertend behandelt wird.
Ich möchte dazu sagen, dass ich nicht vom Verliebtsein rede, nicht vom Beginn einer Beziehung, sondern inniger Liebe, die man seinem Partner gegenüber fühlt, denn wir möchten ja die richtige Liebe definieren.

Es ist wirklich Glück, wenn sich zwei Menschen gegenseitig sympathisch finden, egal, was sich draus entwickelt, die Sympathie ist einfach extrem wichtig, um Freundschaft oder mehr aufzubauen, weil man sich auch nur so all die anderen, wichtigen Eigenschaften geben kann, wenn man sich gut miteinander versteht und sich in der Gegenwart des Anderen wohl fühlt.

Deshalb gehört in meine Definition ganz klar SYMPATHIE.

“Eine Seele in zwei Körpern.“ (Instagram: the_life_of_a_survivor)

Akzeptanz und Respekt

Kein Mensch der Welt entspricht einem perfekten Idealbild, das ausschließlich alles tut und sagt, was seinen Gegenüber positiv stimmt – und da es so auch nicht sein sollte, ist es sehr wichtig, seinen Partner zu respektieren und akzeptieren, genau so, wie er ist, ohne ihn verändern zu wollen, selbst wenn einem eine Charakter-Eigenschaft nicht gefällt.

Es gibt durchaus Menschen, die ausschließlich egoistische, gewalttätige, respektlose oder sogar manipulierende Absichten/Eigenschaften, zu ihrem eigenen Vorteil, haben.
Aber wir sprechen hier ja über Liebe, die sich eben aus tiefer Zuneigung entwickelt und Handlungen aus Zuneigung sind…eben keine Handlungen aus Abneigung oder absichtlicher Kontrolle.
Einen Menschen, den ich liebe, respektiere ich und akzeptiere seine Bedürfnisse, selbst wenn mir etwas davon nicht gefällt. Denn das ist kein Grund, ihn zu verändern.
Es ist jedoch ein Grund, mit ihm darüber zu reden und ihm selbst zu überlassen, was er mit meinem Anliegen anfängt. (Siehe “Kommunikation“)

Ich versuche, meinen Partner so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden möchte, weil ich kein Recht habe, etwas mit ihm zu machen, was ich selbst nicht wollen würde.
Immerhin möchte ich, dass sich diese Person mit mir wohl fühlt – und fühle mich selbst wohl, wenn ich respektiert – und mit meinen Bedürfnissen akzeptiert werde.

Da das Gefühl der Liebe in einer Beziehung normalerweise auf Gegenseitigkeit beruht und wir uns, laut meiner Umfrage auf Instagram, einig sind, dass wir der Person, die wir lieben, gut tun möchten, ist die Akzeptanz und der Respekt sehr wichtig und zwar bedingungslos.
Zu meiner Definition der Liebe gehört daher auch bedingungsloser Respekt und Akzeptanz.

“Liebe bedeutet für mich, dass ich bei meinem Partner so sein kann, wie ich bin, ohne mich dabei schlecht zu fühlen. Einfach zu wissen, er schätzt mich so, wie ich bin…mit allen positiven- und negativen Eigenschaften.“ (Instagram: carina.losert)

Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft

In den letzten Jahren habe ich mich so verändert, dass ich heute sehr viel wert darauf lege, ein Team mit meinem Partner zu bilden.
Es kam so viel mehr dazu seit meinen ersten Erfahrungen mit der Liebe.

Erst geht man zusammen zur Schule, oder kennt sich über Freunde, trifft sich nur am Wochenende oder lebt einfach unabhängig voneinander her.
Nun habe ich seit zweieinhalb Jahren ein Kind, einen eigenen Haushalt und einen mehr oder weniger routinierten Alltag.
Aus den Gründen ist es für mich sehr wichtig geworden, dass mein Partner und ich ein Team bilden, ich ihm jederzeit helfe, zu ihm stehe, ihm unter die Arme greife, wenn es aufgrund von Stress, Beruf, Umständen etc. schwer und anstrengend wird. Dass ich ihn von Herzen gerne entlaste.

Dass wir uns nicht voneinander abwenden, sondern uns aufbauen, gegenseitig Kraft geben, seine eigenen Bedürfnisse auch mal hinten anstellen, um für den Partner da zu sein.
Denn das Leben ist nunmal nicht einseitig, es kommen ständig Tiefen, die zu bewältigen sind und man kann währenddessen stolz sein, sie zusammen zu meistern, eine helfene Hand an seiner Seite zu haben, jemanden, der einem Mut macht, gut zuspricht und aufbaut, wenn man selbst die Laune seines Lebens hat. Außerdem fühlt es sich auch extrem schön an, wenn man weiß, dass man auf Hilfe zählen kann.

Wenn ich jemanden liebe, möchte ich ihm das Gefühl geben, immer da zu sein, wenn er etwas von mir braucht. Sei es Hilfe, aufbauende Worte, Unterstützung, Rücksicht.
Dass es von Herzen kommen sollte, wenn man seinem Partner unter die Arme greift, und Hilfe anbietet, muss ich glaube ich nicht erwähnen, denn wenn ich jemanden liebe, nehme ich diesen Aufwand gerne in Kauf, weil es ihm hilft.

Es ist nicht immer leicht, ein Team zu sein. Nehmen wir zum Beispiel ein Paar, das vor Kurzem ein Baby bekommen hat. Das Wochenbett. Da es in der Zeit natürlich zu gegenseitiger Unterstützung kommen sollte, kann es passieren, dass beide Elternteile mehr als übermüdet sein werden, die Nerven blank liegen und die Zeit als Paar hinten angestellt wird. Aber man ist ein Team, auch wenn es eine anstrengende Zeit ist. Das Paar schaut zusammen in die selbe Richtung. (Siehe “Zusammen in die selbe Richtung schauen“)

Da man zusammen wachsen möchte, gehört der Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft auf jeden Fall in meine Definition der Liebe.

“Liebe bedeutet für mich, füreinander da zu sein in schwierigen Situationen, Verständnis aufzubringen, dem Anderen zu helfen, wenn er Hilfe braucht und ihm Gutes tun, ohne selbst etwas davon zu haben. Auch das Gefühl, sein Leben mit dem geliebten Menschen verbringen zu wollen und dabei glücklich zu sein, gehört für mich dazu.“ (Instagram: wuermchen_und_ich)

“Liebe bedeutet für mich nicht unbedingt, dass der Partner Dir jeden Tag eine Liebeserklärung macht oder dir jeden Tag Geschenke bringt…es ist eher das Verständnis einem gegenüber, die Unterstützung bei allen Dingen im Leben, das Auffangen, wenn es einem nicht mehr gut geht und das Runterholen, wenn man zu hoch fliegt. Es ist das füreinander da sein. Es ist das Akzeptieren von den schlechten- und den guten Seiten. Das ist Liebe für mich.“ (Instagram: rita_smk)

Zusammen in die selbe Richtung schauen

Für dieses Thema möchte ich nochmal auf mein letztes Beispiel zurückkommen. Die anstrengende Zeit des Wochenbettes. Während beide Elternteile ggf. unter Stress, Übermüdung, Überforderung leiden, sich als Paar für eine Zeit lang vernachlässigen, schauen sie jedoch in die selbe Richtung.
Es ist aushaltbar, weil das Paar weiß, was es miteinander will.
Wenn beide Personen die selbe Vorstellung mit jeweils dem Anderen haben, sind schwere Phasen, die Zusammenhalt erfodern, aushaltbarer, als…
…eine Beziehung, in der Person A gerne eine Familie gründen möchte, während Person B eigentlich kein Interesse an gemeinsamen Kindern hat.
…eine Beziehung, in der Person C sich in die alleinerziehende Person D verliebt, Kinder aber nicht mag.
…eine Beziehung, in der Person E jetzt gerne von zu Hause aus – und mit Person F zusammenziehen möchte, Person F aber lieber in eine WG ziehen will.

Es gibt endlos viele Beispiele, in denen man merkt, dass das Paar nicht in die selbe Richtung schaut, da sind Probleme und Ungereimtheiten vorprogrammiert.

Für meine Definition der Liebe ist es wichtig, dass das Paar in die selbe Richtung schaut.

“Also Liebe ist für mich Geborgenheit, Zusammenhalt, Treue, für einander da sein, Spaß, Humor, Rücksicht aufeinander nehmen und Zukunft.“ (Fabi)

“Ganz ehrlich hat uns unser Standesbeamter ein Zitat mit auf den Weg gegeben, in dem so viel für uns passendes steckt: Liebe ist nicht einander anzusehen, sondern gemeinsam in die gleiche Richtung zu blicken.
Ich habe das Gefühl, wir erfinden die Liebe jeden Tag neu, sie ist immer anders, fühlt sich immer anders an, ist sehr emotional und auch nicht immer nur schön, aber sie gibt einem Halt, Zuversicht und Geborgenheit und vermittelt einem das Gefühl, dass man weiß, wo man hingehört.“ (Sabine)

Kommunikation

Eine funktionierende Kommunikation ist für mich deshalb sehr wichtig in der Liebe, weil es zu so vielen Missverständnissen kommen kann, wenn Probleme, Wünsche, Erwartungen unausgesprochen bleiben. Wie oft war ich, nach tagelanger Frustration, erleichtert, weil ich nur etwas falsches dachte, was im Endeffekt nach einem Gespräch gar nicht so schlimm war oder ich etwas missverstanden hatte.
Es können so viele Probleme umgehen werden.
Kommunikation ist etwas sehr schwieriges, was oft erst gelernt werden muss.
Manchmal erwartet man Dinge, die sich der Partner einfach nicht denken kann – weil er kein Hellseher ist. Und dann ist man unnötig enttäuscht, frustriert, traurig. Oder ganz im Gegenteil – man freut sich auf etwas, was gar nicht passiert, weil man eine Geste falsch gedeutet hat.

Ein ernstes Gespräch mit meinem Partner zu suchen, ist für mich auch deshalb immer schwer gewesen, weil man sich plötzlich wie zwei Fremde gegenüber sitzt und aufrichtig redet, was man aus dem lockeren Alltag gar nicht gewohnt ist und für mich daher immer ein wenig angsteinflößend war.
Ich war eine lange Zeit der Typ, der über Probleme lieber geschrieben hat. Per WhatsApp zum Beispiel. Vieles habe ich mich nicht getraut, meinem Gegenüber ins Gesicht zu sagen, ich konnte mehr Emotionen rauslassen, wenn ich alleine war und es ihm schreiben konnte.
Das hat jahrelang sehr gut für mich selbst funktioniert, bis ich etwas wichtiges gelernt habe, nämlich auf das Bedürfnis meines Partners einzugehen und persönlich zu reden, wenn es etwas zu klären gab.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwer mir das fiel. Nach dem Gespräch kam oft noch ein Roman per WhatsApp, bis ich es heute nun endlich kann, sodass sogar ich auf ihn zugehe und um ein Gespräch bitte.

Egal, wie schwer es für mich selbst war, meinem Partner gegenüber zu sitzen und ernst zu reden, ich weiß, dass es ihm ein gutes Gefühl vermittelt, dass ich mich ihm anvertraue. Und das ist es allemal wert, denn wie soll man Pläne schmieden, Missverständnisse aus der Welt schaffen und ein gemeinsames Leben angehen, wenn man nicht mal persönlich reden kann?
Das kam mir mit der Zeit logisch vor, auch weil es meinem Partner eben so wichtig war, sodass ich das geändert habe.

“Liebe ist für mich, nicht immer Harmonie zu haben, auch mal die Fetzen fliegen zu lassen und sich zu streiten. Dass ich meinem Partner absolut offen sagen kann, wenn etwas nicht stimmt oder mir etwas nicht gefällt und er es mir nicht übel nimmt. Dass man sich auch neben dem dem ganzen Alltagsleben mal überraschen kann, sei es eine Tafel der Lieblingsschoki vom Wocheneinkauf oder mal ein leckeres Essen, ohne dass es vorher abgesprochen wurde. Und dass man eigene Vorlieben auch mal in den Schatten stellt, um dem Anderen etwas zu ermöglichen.“ (Alexandra)


Aufmerksamkeiten, Gesten und kleine Opfer bringen

Letzteres hört sich schlimmer an, als es ist. Wir können natürlich alle sagen “Nimm mich so, wie ich bin und mit dem, was ich mache“ (Siehe “Akzeptanz und Respekt“), aber letztendlich hat jeder Mensch eine andere Grenze, ist unterschiedlich verletzbar und somit verzichten wir manchmal unserem Partner zuliebe auf Dinge, die wir vielleicht gerne machen würden.

Beispiel:
Person A sitzt abends zu Hause und möchte jetzt ein wichtiges Fußballspiel schauen.
Person B ist gerade im Dunkeln auf dem Weg nach Hause, hat aber ein unbehagliches Gefühl.
Person A stellt sein Fußball-Bedürfnis hinten an und nimmt sich ein paar Minuten Zeit, um zu telefonieren und somit zur Seite zu stehen, bevor er sich dem Fernseher zuwendet.
Dann freut sich Person B so über diese Geste, weil Person A das Fußballspiel hinten angestellt hätte, dass Person B dankend ablehnt und ihn das Spiel schauen lässt, weil sie weiß, wie wichtig ihm das ist.
Versteht ihr, was ich meine? Das Gefühl vermitteln, dass der Partner auch mal vor geht, oder man ganz verzichtet, um sich dem Bedürfnis des Geliebten zu stellen und ggf. bekommt man aus Dankbarkeit sogar das selbe zurück.

Nach all den anderen genannten Eigenschaften, die einem Zuneigung und Zusammenhalt vermitteln, sind für mich die kleinen Gesten und Aufmerksamkeiten wichtig.
Ich bin mir sicher, dass wir da alle einer Meinung sind, dass wir unserem Geliebten sehr gerne mit einer Aufmerksamkeit oder einer Geste zeigen, dass wir an ihn gedacht haben, zeigen, dass wir ihn und seine Vorlieben kennen und ihm spontan ein Lächeln entlocken, weil wir ihn mit einem Geschenk, einer Geste, einem Essen, einem Kinobesuch, einer Rose, einem RedBull etc. “überraschen“ wollen.
Selbst wenn es auch mal nur mal ein neues Haushalts-Utensil oder ein T-Shirt ist, was dem Partner gefallen könnte.

Aneinander denken, wenn derjenige nicht bei einem ist und mit kleinen Gesten Freude bereiten. Außerdem kostet es auch nicht immer Geld, wenn es zum Beispiel ein Zettel mit einer Botschaft ist, der morgens am Spiegel klebt oder ein Liebesbrief, dem man dem Partner in die Tasche gesteckt hat.
Ihr wisst schon, diese schönen, kitschigen Gesten.
Ja, ein wenig Kitsch gehört für mich auch dazu. Um darauf zu verzichten, schenke ich viel zu gerne.

“Dieses Gefühl von Frieden, auch wenn draußen Krieg herrscht. Diese ganzen kleinen Details, die mich zum Lächeln bringen, zum Beispiel das Kräuseln ihrer Nase, wenn sie lächelt. Der spontane Gedanke “Damit könnte ich ihr eine Freude machen“, wenn ich etwas sehe, das ihr gefallen oder schmecken könnte und dieses Gefühl, dass beim Gedanken daran – oder an sie, meine Mundwinkel ein riesiges, breites Lächeln zum Tanz fordern.“ (Robin von www.digital-caveman.de )

Ein Geben und (An-)Nehmen. Liebe bedeutet Arbeit.

Tja, was wäre das Leben ohne Aufwand. Wohl ziemlich einseitig und irgendwann langweilig.
Aber welche Arbeit macht mehr Spaß, als die, die man aus Liebe tut? Mir fällt nichts ein.
Genauso wie das Gefühl der Liebe ein Gefühl des Angekommenseins ist, ist sie immer mit Pflege und Arbeit verbunden, um Baustellen und Missverständnisse zu beseitigen, Diskissionen zu bewältigen, um auf dem selben Weg zu bleiben.
Ich kann bei meinem Partner abschalten, mich anlehnen, wenn ich weiß, dass er, genau wie ich, bereit ist, Aufwand reinzustecken, wenn es die Umstände erfordern.

Arbeit an der Liebe ist nicht unbedingt eine anstrengende Arbeit. Es bedeutet nur, dass man etwas tut, dass man aktiv dran bleibt, um die Liebe zu pflegen. Beidseitig. Wenn die Liebe von einer Seite aus aktiv gepflegt wird, während sie von der anderen Seite passiv aufgenommen wird, kann es zu einem Ungleichgewicht kommen, das einem von beiden irgendwann zu denken gibt.

Liebe ist ein Geben, weil man all diese schönen, fördernden Eigenschaften gerne und freiwillig gibt, um dem Anderen gut zu tun – jedoch aber auch ein Nehmen, weil wir ein gesundes Selbstwertgefühl besitzen sollten, um einige dieser Eigenschaften ggf. einzufordern, zum Beispiel mit Respekt behandelt zu werden.
Mit Nehmen meine ich aber auch das Annehmen, wenn einem etwas gegeben wird.
Ich bin mir sicher, dass kein Mensch wirklich glücklich ist, wenn er ausschließlich gibt, aber nie etwas bekommt. Wenn nur einer die Liebe pflegt, aufmerksam und interessiert ist, während der Andere nur an sich selbst denkt, zu seinem eigenen Vorteil handelt und keine Eigeninitiative oder Willenskraft zeigt. Das stellt sich wohl kaum jemand in der Liebe für sich selbst vor.

Mein Ziel ist es in einer gleichgewichtigen Partnerschaft, meinem Freund immer wieder zu zeigen, dass ich immernoch die beste Frau für ihn bin. Das wäre ich nämlich nicht, wenn ich egoistisch handeln – und mir keine Mühe geben würde, uns als Liebespaar zu pflegen. Also liegt es an uns selbst, uns liebenswert zu machen.

“Was für eine schöne Frage. Hmm. Ich würde sagen, für mich gehört zum Lieben, den Anderen mir gleich zu stellen. Also den Anderen so zu behandeln, wie mich selbst, zu respektieren, zu pflegen, sich zu sorgen. Liebe ist das Gefühl, jemanden zu haben, mit dem man sein Leben teilen möchte. Vor dem nichts unangenehm oder peinlich ist. Zu dem man absolut ehrlich ist und man absolut man selbst sein kann. Wenn man gemeinsam lacht, trauert, Spaß hat. Schwierig zu beschreiben, aber eine tolle Anregung, mal drüber nachzudenken.“ (Instagram: larajeany)

An sich selbst arbeiten statt Schuldzuweisungen

Dass das Aufrechterhalten der Beziehung Arbeit ist, ist die eine Sache.
Die andere Sache ist die stetige Arbeit an sich selbst. Wir lernen täglich. Wir lernen aus Erfahrungen, wir lernen, wenn etwas vorgelebt wird, wir machen nach und schauen uns ab.
Nicht immer das Beste, aber immerhin können wir es.

Anstatt Schuldzuweisungen und Anschuldigungen auszusprechen, könnten wir lieber überlegen, was wir anders oder besser hätten machen können, dann kann man unserem Partner ein schlechtes Gefühl ersparen.

Ich fühle mich besser, wenn ich während eines Streites, insgeheim überlege, was ich hätte besser machen können, anstatt Anschuldigungen auszusprechen. Andere hingegen sprechen lieber Anschuldigungen aus, um sich selbst zu beschützen, was nicht besonders förderlich ist, wenn man seinem Partner doch aber ein gutes Gefühl geben möchte. Und damit mein Partner nicht anfängt, an sich selbst zu zweifeln, überlege ich, was ich vielleicht hätte anders sagen oder tun können. Wenn das auf Gegenseitigkeit beruht, beide Partner auch mal die Verantwortung auf sich nehmen, liegt die meiste “Schuld“ für ein Missverständnis oder einen Streit, nicht nur vorwiegend auf einer Person.

Es kommt vielleicht auch mal vor, dass wir übermäßig manipulierend, kontrollierend oder dominant werden, während unser Partner seinen Teil durchaus aktiv und fördernd zur Beziehung beiträgt, müssen wir überlegen, was wir an uns selbst ändern können.
Oftmals haben wir in der Vergangenheit negative Erfahrungen gemacht, vielleicht Verluste, Trennungen oder einen schweren Vertrauensmissbrauch, was uns unbewusst dazu bringt, unseren Partner zu kontrollieren, ihn übermäßig einzuengen, aus Angst vor Verlust oder Verletzung.
Dafür kann der Partner aber nichts und das sollten wir uns selbst eingestehen und ihn darunter nicht leiden lassen. Es gibt kaum etwas frustrierenderes, als eine unschuldige Person unter eigenen, negativen Erfahrungen leiden zu lassen, ihn das spüren zu lassen, was uns vielleicht gefehlt hat, oder angetan wurde.
Wurde in der Vergangenheit zum Beispiel unser Vertrauen missbraucht? Das ist kein Grund, unseren aktuellen Partner zu kontrollieren oder aufgrund von angelernt mangelndem Vertrauen Alleingänge zu verbieten.

Deswegen ist das ständige Arbeiten an mir – und die Reflexion auf mich selbst, wichtig für die Liebe, damit ich meinem Partner so gut tun kann, wie es nur möglich ist.

“Liebe ist für mich dieses wunderschöne Gefühl, zu Hause zu sein und angekommen. Liebe ist, wenn mein Herzmann nach Hause kommt und ich 10.000 Schmetterlinge im Bauch habe, obwohl man schon eine Weile zusammen ist.Geborgenheit, Unterstützung, die Liebe hat so viele Facetten, in den verschiedensten Farben.“ (Instagram: pupzii_welt)

Treue

Zu diesem Thema muss ich nicht viel schreiben. Wenn ich meinen Partner liebe, bin ich auf ihn fokussiert und habe kein Interesse daran, ihn zu verletzen.
Treue bedeutet für mich, all die Zärtlichkeit, Zuneigung, Intimität und die liebevollen Gesten ausschließlich dem Menschen zu geben, den ich in einer Beziehung liebe.

“Liebe ist, wenn Treue Spaß macht.“ (Anonym)

Eigeninitiative, Willenskraft und Zwanglosigkeit

Diese drei Wörter sind für mich deshalb so wichtig, weil sie “aktiv“ sind – und in einer Partnerschaft aktiv zu sein, ist fördernd.
Ich helfe meinem Partner gerne freiwillig und ungezwungen, greife ihm unter die Arme, stelle meine Bedürfnisse hinten an. Ich habe den Willen, etwas zu tun, was der Beziehung oder meinem Partner helfen könnte.
Wenn ich zum Beispiel eingesehen habe, dass ich meinen Partner vernachlässige, habe ich den Willen – und ergreife Eigeninitiative, um das ungezwungen zu ändern. Weil ich es will, weil ich ihn liebe.
Eigeninitiative ist ein viel umfassendes Wort, denn wenn man Eigeninitiative zeigt, fängt man freiwillig von sich aus etwas an, ohne aufgefordert zu werden und das ist in vielen Hinsichten gut und wohltuend für meinen Partner.

“Liebe bedeutet für mich Ehrlichkeit, Vertrauen, Gerechtigkeit und Geborgenheit, sehr wenig schlechte Gefühle und viele Gute. Liebe ist keine Garantie für eine gute Beziehung, man muss sich auch Mühe geben.“ (Anonym)

Kompromissbereitschaft

Ein Liebespaar besteht aus zwei Personen, die sich lieben – trotzdem sind es immernoch zwei Menschen und beide haben unterschiedliche Bedürfnisse, Grenzen, Wünsche und Vorlieben.
Kompromissbereitschaft ist nicht immer einfach, erstrecht nicht für vorwiegend egoistische Menschen. Jedoch sollte man kompromissbereit sein, wenn ein Bedürfnis so überwiegt, dass sich der Andere etvl. vernachlässigt oder verletzt fühlt, einer etwas aufgeben – oder nachgeben müsste. Damit das nicht passiert, ist es sinnvoll, einen Kompromiss zu finden, sich auf halbem Weg zu treffen. Am Ende sollten beide zufrieden mit der Situation sein.

“Liebe ist für mich das Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen. Ich kann Ich sein, so wie ich bin, ohne mich hinter einer Maske zu verstecken. Aber auch die Bedürfnisse meines Partners nicht zu vernachlässigen. Es ist die perfekte Mischung aus Freiheit/Vertrauen.“ (Instagram: 20lovemylive16)

Vertrauen

Bevor ich klar etwas zu diesem Thema schreiben konnte, musste ich erstmal nachdenken, was Vertrauen überhaupt wirklich bedeutet.
“Ich vertraue Dir.“ Jemandem zu vertrauen, bedeutet, dieser Person etwas zu geben, womit sie mich entweder sehr verletzen kann – oder mir Sicherheit gibt, das Gefühl, dass man sich einlassen kann.
Man vertraut darauf, dass der Partner ehrlich ist, man vertraut darauf, dass der Partner treu ist.
Worauf vertraut man noch?
Dass man nicht vor die Tür gesetzt wird, dass man füreinander da ist? Vertrauen ist sehr vielseitig.
Es ist etwas Sensibles, Zartes, was schnell kaputt gehen kann, wenn es missbraucht wird.

Und daher glaube ich, dass Vertrauen das ist, worauf sich alles in einer Beziehung aufbaut. Alle fettgedruckten Worte in diesem Blogpost sind Dinge, auf die man bei seinem Partner vertraut.
Und wenn es dieses Vertrauen aber nur ansatzweise gibt, sollte etwas verändert werden, sollte beidseitig dran gearbeitet werden.

Meinem Partner vertrauen zu können, gibt mir Sicherheit. Deswegen gehört Vertrauen auch in meine Definition der Liebe.

“Liebe bedeutet für mich Vertrauen, Vertrauen darin, dass mein Partner ehrlich ist. Es bedeutet für mich, das Gefühl zu haben, liebenswert zu sein. Für mich bedeutet Liebe aber auch, sich selbst manchmal zu opfern, aber nie sich selbst dabei zu verlieren.“ (Instagram: isibellah)

Mein persönliches Schlusswort

Ganz am Anfang habe ich geschrieben, dass kein Mensch der Welt perfekt ist. Genauso wenig gibt es perfekte Beziehungen.
Ich bin mir sicher, dass sich niemand von uns permanent zu 100 % an all die fördernden Eigenschaften halten kann oder will. Wenn das gehen würde, wären wir wohl alle wunschlos glücklich und vielleicht irgendwann gelangweilt.
Es ist also menschlich, dass wir aus Launen heraus anders reagieren, als es angebracht wäre. Egoistisch handeln, lustlos handeln, absichtlich etwas sagen, um den Anderen zu testen, es ist einfach nicht alles so einfach, wie man es aufschreiben kann.
Ich sage manchmal Dinge, die ich danach bereue, ich setze manchmal meinen Kopf durch und bin egoistisch, ich habe auch schon oft meine schlechte Stimmung an meinem Partner ausgelassen.
Aber um lieben zu können und geliebt zu werden, ist es das Wichtigste, dass all die fördernden Eigenschaften überwiegen. Dass es mehr Gutes, als Schlechtes gibt und wenn es genau umgekehrt ist, der Wille besteht, aktiv dran zu arbeiten, damit man den gemeinsamen Weg zusammen geht.

1 Kommentar

  1. Sehr interessanter Beitrag! Ich find die Theorie von Colin Bear dass Liebe kein Gefühl, sondern eine Interaktion ist (Ebook) recht spannend und glaub eigentlich, dass da was dran ist (hat Erich Fromm auch so gesehen). Vielleicht auch ein Impuls, weiterzudenken und zu forschen …

    Annabelle

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